Fastenreise 2017 Teil 2

Lieber Fastenkreis,

nun bewegen wir uns einerseits in der Herbstlandschaft unserer gemeinsamen Reise und tauchen langsam wieder auf. Das Ende ist in Sicht, wie fühlt es sich an für Dich? Genau dieser Platz, bist Du schon fertig oder schaust Du sehnsuchtsvoll zurück? Die Frage hier könnte sein: Kann ich erlauben, dass sich alles gezeigt hat, alles erblüht ist, was möglich war und Dankbar sein?

Du hast im Frühling unserer Reise die Erde vorbereitet, hast ausgesät und Dich riskiert. Im Sommer der Fastenreise warst Du aktiv, hast Feuer und Leidenschaft erlaubt und alles ist ins blühen gekommen. Diese Zeit ist nun vorbei – jetzt geht es um die Ernte. Kannst Du diesen Schnitt vollziehen oder wartest Du noch, das was anderes aus der Erde wächst? Das es doch noch frische Erdbeeren im Herbst gibt? In diesem Übermaß an Angeboten heute, könnten wir diesem Trugschluss auf den Leim gehen. Wenn Du hier also zusätzlich auf etwas achten möchtest, wäre es nicht „Fülle fasten“, sondern Überfüllung in Dir erkennen, Dein Gefühl von Beliebigkeit identifizieren. Also: Sei Dir sicher – da kommt nichts mehr neues, nichts frisches! Das was da ist, will nun geerntet werden oder seine Essenz bilden dürfen.

 Andererseits strecken die ersten Erkenntnisse ihr Köpfchen durch die Erde, die Samen sind aufgegangen und werden nun Sichtbar und Fühlbar – können benannt werden in ihrer zarten Form. Dieser Zweite Kreis entspricht der Frühlingslandschaft (wir leben in Kreisen, in Kreisen, in Kreisen, wie ein Hologramm). Die Frage hier könnte sein: konnte Dein Bewusstsein über den Ego-Tellerrand hinaus gucken? Wenn ja entsteht von allein ein wachsender Sog – die Reise zurück in die obere Hälfte beginnt. „Be-Geisterung“ ist der Motor, das Erkannte ins alltägliche Leben zu bringen.

Und noch eine Herausforderung könnte es hier geben: Du bist einfach zu faul oder hast keine Zeit oder Angst für die Ernte. 

Wie die Pechmarie: Du hast viel getan und gepflegt (in dem Fall hat sie das nicht und doch hätte sie viel zum Ernten gehabt) und dann steht der Apfelbaum in voller Frucht, das Brot ist fertig gebacken…doch das reicht Dir. Du lässt die Ernte an dieser Stelle verfaulen und verbrennen. In Bezug auf eigenes „Potenzial- ernten", finde ich dies ein spannendes Bild. Das erinnert mich an meine 8. Klasse: die Lehrer*innen sagten oft "Du könntest mehr..." - und was soll ich sagen: das hat mir gereicht. Ich gab erst später mehr und habe mich getraut zu gucken, ob es wirklich MEHR in mir gab :-) 

Also: Jetzt kannst Du bereits Samen erkennen, die Du für dieses Jahr auszusäen gilt.

Was zeigt sich bei Dir?

Es geht um die Essenz und das Wesentliche der Reise

In Verbundenheit Ulrike