Endspurt

 „Es ist nie zu spät, der Mensch zu werden, der du gern gewesen wärst.“

Oder mit Goethe zu sprechen:

Und solang Du das nicht hast,

dieses: Stirb und werde!

Bist Du nur ein trüber Gast,

auf der dunklen Erde.

 Also: welche Gewohnheit, Selbstbild „ich bin halt so…“, Images, Etiketten, Alltags-Rituale, Glaubensbekenntnisse, Kleidung die Dir schon lange zu eng ist … konntest Du in Dir, in dieser Zeit, erkennen und bist nun an dieser Schwelle bereit, sie zu segnen und zu verabschieden (sterben zu lassen)?

Vielleicht gehst Du auch noch ein paar Tage mit ihnen (ein wenig haben wir ja noch :-D) … setzt Dich an ein heiliges Feuer…

...und da kam sie, diese Frage: aber was ist das eigentlich, dieses „heilige Feuer“? 

Bei meiner Weiterbildung sagte die Leiterin: dies ist nicht nur ein Lagerfeuer, dies ist unser Heiliges Feuer, unser Herd, Zentrum … der Platz an dem wir uns wärmen, uns treffen…der Platz, der unsere Nahrung erwärmt (nähren und pflegen…), das Licht, das in die Ferne leuchtet (Einladend, Vorbild, Wächter*in) … und wir ehren das Feuer. Das heißt: es wird nicht als Mülleimer verwendet!!! Keine Essensreste, Kippen, alte Taschentücher, Fahrscheine … rein geworfen! Das machen viele, sagte sie und es gilt hier, wieder achtsamer zu werden.

Äußeres Feuer = inneres Feuer, dachten wir … die Flamme der ewigen Liebe in uns allen, der Götterfunken…unsere Passion, Ehrlichkeit, Kommunikation und Dynamik, unser Verständnis… haben wir auch hier angefangen, es als Mülleimer zu benutzen? Aus unserer Leidenschaft einen wütenden Kampf zu machen und aus unserem Verständnis – hitziges Urteil und Aggression zu uns und unserer Welt?

Ist es ein Multifunktions-Element geworden, ein Mittel zum Zweck … wenn ich Wärme brauche, hol ich sie mir da, doch wenn meine Hosentaschen voll sind, kippe ich den Müll rein … ???

… wie ist es dann mit Lebendigkeit und Lebenspassion?

Was heißt es dann für uns, das Licht/ die Kerze/ das Feuer zu entfachen und zu hüten? Was heißt es für Dich?

Vielleicht: Trau Dich nochmal - schüre Deine Passion, Deine Leidenschaft am Endpunkt Deiner/Unserer Fastenreise … erwärme Dich nochmal für Dich selbst … für Dein Mehr-Sein!

 Und dann können wir das Osterfeuer tiefer fühlen, sein Geschenk an uns und unsere größere Verantwortung - anmachen reicht nicht!

Wir können es dann schüren und das alte Ich verbrennen (ich glaube es hat nichts mit „ins Feuer werfen“ zu tun, sondern mit Liebe und Wach am Feuer SEIN) und gleichzeitig eine Suppe (Nahrung) kochen lassen … immer wieder Holz nachlegen und das Selbstverständnis am Feuerplatz kommunizieren, auf dass auch die Welt wertschätzend mit dem Feuer stehen kann – ein Vorbild sein, eine Inspiration …

 Am Ende dankten wir dem Feuer, für seine Wärme und Bereitschaft für uns zu brennen.

Also: Wofür brennst Du? oder anders gefragt: Welchen Samen wirst Du säen?